Wenn Zweijährige kaum sprechen: Diagnostische Entscheidungswege bei verzögerter Sprachentwicklung
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Für zweijährige Kinder mit einem deutlich unterdurchschnittlichen Wortschatz empfiehlt die aktuelle S3-Leitlinie „Therapie von Sprachentwicklungsstörungen“ (Kapitel 2: Late Talker) eine differenzialdiagnostische Abklärung. Dabei sind das Ausmaß der Verzögerung in der expressiven Sprachentwicklung, die kommunikativen Kompetenzen und insbesondere das Sprachverständnis zu beurteilen. Zudem gilt es, Hinweise auf eine komplexe Entwicklungsstörung zu erkennen und entsprechend abzuklären. Für die Planung von Förder- und Therapiemaßnahmen reicht es daher nicht aus, lediglich den Umfang des gesprochenen Wortschatzes zu erfassen.
Anhand eines Fallbeispiels aus der Praxis des ZEL wird der diagnostische Prozess Schritt für Schritt nachvollzogen: Welche Informationen sind relevant, wie lassen sich unterschiedliche Befunde zusammenführen und differentialdiagnostisch einordnen? Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der zeitökonomischen Durchführung standardisierter Testverfahren bei zweijährigen Kindern: Wie kann eine valide Diagnostik auch bei begrenzter Aufmerksamkeit und Mitarbeit gelingen?
Der Vortrag verbindet aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Erfahrungen aus der langjährigen diagnostischen Praxis der Referentin und zeigt, wie aus unterschiedlichen Befunden ein differenziertes Entwicklungsprofil entsteht und daraus begründete Entscheidungen für Therapie, Förderung und weitere Diagnostik abgeleitet werden können.
Referent: Prof. Dr. Anke Buschmann
Zielgruppe: Logopädie, Sozialpädiatrie, Frühförderung und Interessiert