Das Heidelberger Interaktionstraining – HIT Kiga ist ein evaluiertes und praxisorientiertes Fortbildungskonzept. Die Wirksamkeit wurde in verschiedenen Studien wiederholt nachgewiesen (u. a. Simon & Sachse 2011, 2013). Dies zeichnet das HIT Kiga gegenüber anderen Konzepten aus. Seit seiner Einführung wurden bereits über 3000 Fachkräfte von unseren Mitarbeiter*innen geschult.
Im HIT Kiga werden Sie zu einem sprachförderlichen Interaktionsverhalten in natürlichen Kommunikationssituationen befähigt. Sie erwerben zunächst ein Grundlagenwissen zu den Themen Ablauf der Sprachentwicklung, Verzögerungen/Störungen im Spracherwerb und Früherkennung von Sprachauffälligkeiten. Darauf aufbauend lernen Sie, situationsübergreifend eine sprachförderliche Grundhaltung gegenüber den Kindern einzunehmen und ihr Sprachangebot so an das jeweilige Kind anzupassen, dass es den nächsten sprachlichen Entwicklungsschritt erreicht. Sie erfahren, wie Sie bestimmte Situationen, z. B. die gemeinsame Bilderbuchbetrachtung oder das gemeinsame Spiel, gezielt sprachförderlicher gestalten und welche Verhaltensweisen sich eher hemmend auf die kindliche Sprechfreude auswirken können.
Das HIT Kiga enthält vier bis sechs Module im Abstand von vier Wochen. Es wird außerordentlich praxisnah durchgeführt. Im Vordergrund steht das gemeinsame Erarbeiten theoretischer und praktischer Inhalte unter Einbezug Ihres Wissens und Ihrer Erfahrungen. Mittels Videoclips werden Lerninhalte erarbeitet und anschließend aktiv in Kleingruppen ausprobiert. Zwischen den Sitzungen besteht Zeit, das Gelernte im Kita-Alltag direkt umzusetzen.
Teil des
Zertifizierungskurses
Fachkraft/Multiplikator*in für alltagsintegrierte Sprachbildung und Sprachförderung in der Kita
Das Seminar entspricht den in der "Verwaltungsvorschrift Kolibri" skizzierten Anforderungen und ist zur Qualifizierung von Sprachförderkräften im Rahmen des Programms „Intensive Sprachförderung Plus" (ISF+) geeignet.
Referent*in: Brigitte Degitz, Carmen Huck, Falko Dittmann, Tatiana KlasikZielgruppe: Pädagogische Fachpersonen aus der Kita, Angehende qualifizierte Sprachförderkraft für das Programm „Intensive Sprachförderung Plus" (ISF+)
Erfahren Sie anhand der Untersuchungsergebnisse,
welchen Faktoren zu einem gelingenden Mehrsprachenerwerb beitragen und worin
deren Einfluss auf das Lernen der verschiedenen Sprachen bei Kindern führt. Damit
erhalten Sie Hinweise, welche Faktoren in der täglichen Arbeit mit
mehrsprachigen Kindern von Bedeutung sind.Refernt*in: Dr. Tatiana KlasikFolgende weitere Seminare bieten wir in der Reihe "Aus der Theorie für Ihre Praxis: Wissenschaft kurz - knapp - praxisnah" an:
„Die Eltern im Boot und alles im Lot?“ Über die Wirksamkeit systematischer Elternschulungen zur Sprachförderung: 20 Jahre Heidelberger Elterntraining„Was macht eine gute Sprachentwicklungsdiagnostik aus?“ Vom richtigen Zeitpunkt und geeigneten Methoden zur Feststellung von Sprachentwickungsstörungen „Das wächst sich aus.“ - Die Bedeutung von Sprachverständnisstörungen bei Kindern für ihre langfristige EntwicklungHerausforderndes Verhalten verstehen und in Lernchancen verwandeln - Erfolgsfaktoren für ein abgestimmtes Handeln im Team am Beispiel des Konzeptes HeVeKi
„Wer weiß schon was aus Late Talkern wird?“ Ergebnisse aus Nachuntersuchungen ehemaliger Late Talker bis ins Schulalter
Wenn Vielfalt Alltag ist, wird die interkulturelle Kompetenz zur Schlüsselqualifikation im frühkindlichen Bildungsbereich. Interkulturelle Kompetenz wird damit zur Voraussetzung für eine gelingende Begleitung der kindlichen Entwicklung. Doch oft stellt sich der kultursensible Umgang mit diversen Lebenswelten der Familien für Fachkräfte als überaus herausfordernd dar.
Im Seminar setzen wir uns mit der Reflexion kultureller Werte auseinander, die unser Denken, Fühlen und pädagogisches Handeln prägen. Die Erkenntnisse aus eigenen Erfahrungen und dem Austausch mit Kolleg*innen nutzen wir für die Erarbeitung der praxisorientierten Strategien. Diese ermöglichen es, sichere und respektvolle Bildungsräume für Kinder zu schaffen sowie eine vertrauensvolle Kooperation mit Familien und Bezugspersonen professionell und konstruktiv zu gestalten. Durch praxisnahe Aufgaben zur interkulturellen Sensibilisierung üben Sie, kulturelle Missverständnisse zu erkennen und zu vermeiden sowie passende Lösungen zu entwickeln.Welche Kompetenzen erwerben Sie in der Fortbildung?Erweiterung der interkulturellen HandlungskompetenzPraktische Ansätze für einen wertschätzenden Umgang mit Kindern und Familien aus unterschiedlichen KulturenVerständnis für kulturelle Hintergründe, die das Verhalten und die Kommunikation von Kindern beeinflussen.Methoden der kulturell sensitiven Kommunikation
Das Seminar ist Teil der
Zertifizierungskurse:
Fachkraft für alltagsintegrierte Sprachbildung und Sprachförderung in der Kita
Fachkraft für frühkindliche Bildung und Förderung für Kinder unter drei Jahren
Fachkraft für Inklusionspädagogik im Früh- und ElementarbereichReferent*in: Dr. Tatiana KlasikZielgruppe: Fachpersonen aus Krippe, Kita und Kindertagespflege
ISF+ - nicht-pädagogische Fachkräfte:
Bitte kontaktieren Sie uns direkt, um Informationen zu diesem Angebot zu erhalten.
Am ZEL können sich nicht-pädagogische Fachkräfte zur qualifizierten Sprachförderkraft für das Programm "Intensive Sprachförderung Puls (ISF+)" in Baden-Württemberg fortbilden lassen. Die Weiterbildung entspricht den in der „Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums zur Umsetzung der Gesamtkonzeption Kompetenzen verlässlich voranbringen“ (VwV Kolibri) gelisteten Anforderungen.
Die Weiterbildung setzt sich aus einer Vorqualifizierung in pädagogischen, entwicklungspsychologischen und sprachlichen Grundlagen und einer darauf aufbauenden Fachqualifizierung zusammen.
Vorqualifizierung (40 Unterrichtseinheiten | 5 Tage)
Lernprozesse von 0 bis 6 Jahren feinfühlig und bedürfnisorientiert begleiten (16 UE | 2 Tage)
Entwicklungspsychologische Grundlagen 0 – 6 Jahre: Einblicke in die Entwicklung von Spiel, Denken und Verstehen (8 UE | 1 Tag)
Sprachentwicklung und ihre Auffälligkeiten: Grundlagen (16 UE | 2 Tage)
Fachqualifizierung (86 Unterrichtseinheiten | 13,5 Tage)
Mehrsprachigkeit verstehen und Vielfalt stärken (14 UE | 2 Tage)
Sprachbeobachtung in Krippe und Kindergarten: Grundlagenseminar (14 UE | 2 Tage)
Heidelberger Interaktionstraining - HIT Kiga (25 UE | 5 Tage)
Individuelle Sprachförderung in der Kleingruppe: Methoden und Förderplanung für die Kita (7 UE | 1 Tag)
Von Bildern, Buchstaben und Bühnen Literacy- und Erzählfähigkeiten fördern (12 UE | 1,5 Tage)
Gefühle und Emotionen: Kinder lernen sich auszudrücken (7 UE | 1 Tag)
Die Ergebnisse des SETK 3-5 verstehen und interpretieren (7 UE | 1 Tag)
Anforderungen an eine qualifizierte Sprachförderkraft gem. VwV Kolibri
Eine qualifizierte Sprachförderkraft kennt die Grundlagen des Spracherwerbs und der Sprachentwicklung; verfügt über Kenntnisse zum Erst- und Zweitspracherwerb; ist mit den aktuellen Verfahren der Sprachstandserhebung vertraut; verfügt über vertiefte fachdidaktische Kompetenzen in der Sprachbildung und Sprachförderung im Elementarbereich; kann auf der Grundlage ihrer Expertise Sprachförderkonzepte und -maßnahmen im Elementarbereich beurteilen, diese gezielt einsetzen und eine individuelle Förderplanung erstellen; verfügt über pädagogische und kommunikative Kompetenzen im Umgang mit Kindern und deren Eltern.
Das Zertifikat berechtigt nicht pädagogische Fachkräfte, das Programm "Intensive Sprachförderung" ISF+ in Kitas durchzuführen.
ISF+: Qualifizierung von Sprachförderkräften:
Bitte kontaktieren Sie uns direkt, um Informationen zu diesem Angebot zu erhalten.
Am ZEL können Sie sich zur qualifizierten Sprachförderkraft für das Programm „Intensive Sprachförderung Plus“ (ISF+) in Baden-Württemberg fortbilden lassen. Die Weiterbildung entspricht der Gesamtkonzeption Kolibri und ist als eine mit MiKiG vergleichbare Qualifizierung anerkannt. Sie kann für die Qualifizierung im Programm SprachFit - Säule 1 angerechnet werden.
Heidelberger Interaktionstraining (50 UE, 8 Tage)Sprachbeobachtung in Krippe und Kindergarten: Grundlagenseminar (16 UE, 2 Tage)Sprachförderkonzepte und individuelle Förderplanung in der Kita (8 UE, 1 Tag)Die Ergebnisse des SETK 3 – 5 verstehen und interpretieren (8 UE, 1 Tag)
Teilnahmeberechtigt
sind
Pädagogische
Fachkräfte (§ 7, Abs. 2 KiTaG), dieaktuell in einer Kindertageseinrichtung als
Sprachförderkraft tätig sind,bereits länger als Sprachförderkraft eingesetzt
sind,als SBS-Tandempartnerin tätig sind,
oder beabsichtigen als
Kolibri-Sprachförderkraft zu arbeiten.
Screeningverfahren: Anwendungsseminar:
Dieses Seminar kann nur als Inhouse-Veranstaltung gebucht werden. Bitte kontaktieren Sie uns unter fortbildung@zel-heidelberg.de.
Als „Late Talker“ bezeichnet man Kinder, die deutlich später anfangen zu sprechen als andere. Ca. 15 % der zweijährigen Kinder weisen eine verzögerte Sprachentwicklung bei ansonsten altersgerechter Allgemeinentwicklung auf. Viele Late Talkers haben langfristig Sprachentwicklungsprobleme, weshalb sie als Risikokinder gelten. Die Früherkennung dieser Risikokinder hilft den pädagogischen Fachkräften passende Unterstützungsmöglichkeiten zu finden und diese alltagsintegriert umzusetzen.Für die frühe Beurteilung sprachlicher Kompetenzen bieten Elternfragebögen zum aktiven Wortschatz des Kindes im Deutschen und in der/den Erstsprache(n) eine zuverlässige Quelle. Besonders bei mehrsprachigen Kindern ist die Zusammenarbeit mit den Eltern für die Einschätzung der Sprachentwicklung entscheidend: Oft fällt es pädagogischen Kräften schwer, die Ursachen der geringen sprachlichen Fähigkeiten des Kindes in der deutschen Sprache zu interpretieren. Dafür ist die Überprüfung der sprachlichen Fähigkeiten des Kindes in der/den Erstsprache(n) erforderlich. Das Anwendungsseminar besteht aus zwei aufeinander aufbauenden Modulen. Anhand von Fallbeispielen aus der Praxis erwerben Sie Grundkenntnisse über die Ursachen einer Sprachentwicklungsverzögerung und über die weitere Entwicklung von Late Talkers. Sie setzten Sie sich mit dem Screeningverfahren SBE-2-KT (Sprachbeurteilung durch Eltern – Kurztest für die U7) als einer der Möglichkeiten zur Früherkennung von Risikokindern auseinander. Sie erhalten einen kompakten Überblick über den theoretischen Hintergrund des SBE-2-KT, lernen den Fragebogen auszuwerten und erfahren, wie die Ergebnisse interpretiert werden. Gemeinsam erarbeiten wir Einsatzmöglichkeiten des SBE-2-KT in Ihrer Einrichtung. Dabei legen wir den Fokus auf die Erkennung von Late Talkers, die mehrsprachig aufwachsen.
Nur als Inhouse-Veranstaltung buchbar.
Referentin: Dr. Tatiana Klasik
Zielgruppe: Pädagogische Fachpersonen aus Krippe, Kindergarten und Tagespflege
„Ich kann das nicht erklären!" – murmelt Amir frustriert, während er seinen Stift weglegt. Am Nachbartisch kämpft Leyla mit den Worten für ihre Erlebniserzählung, und in der Pausenecke steht Dimitri stumm dabei, weil ihm die richtigen deutschen Begriffe für das Spiel fehlen. Drei Kinder, drei verschiedene Herausforderungen – aber alle eint der Kampf mit der deutschen Sprache.Im Schulalltag begegnen uns täglich Kinder, die aufgrund von Fluchterfahrung, einer Sprachstörung oder einem Aufwachsen in kommunikationsarmer Umgebung über vergleichsweise geringe Kompetenzen in der deutschen Sprache verfügen. Diese Kinder benötigen eine gezielte und feinfühlige Unterstützung, um ihre sprachlichen Fähigkeiten zu entwickeln – denn Schulleistungen werden in hohem Maße von der Sprachkompetenz mitbestimmt.In sechs inhaltlich stringent aufeinander aufbauenden Sitzungen im Abstand von etwa vier Wochen werden Sie für die vielen Möglichkeiten zur Sprachbildung und Sprachförderung im Schulalltag sensibilisiert. Sie lernen, Kinder in alltäglichen Interaktionssituationen optimal beim Erwerb neuer Wörter und grammatikalischer Strukturen zu unterstützen – ohne zusätzlichen Zeitaufwand. Das Programm basiert auf dem evaluierten Heidelberger Interaktionstraining und nutzt die bewährten Methoden: Reflexion des eigenen Interaktionsverhaltens, praktische Erprobung und kollegialen Austausch.Zwischen den Sitzungen haben Sie Zeit, die behandelten Inhalte in der pädagogischen Praxis anzuwenden. Sie erhalten Beobachtungs- und Anwendungsaufgaben, die in den nachfolgenden Sitzungen gemeinsam reflektiert werden. Dabei nehmen wir exemplarisch Interaktionen im Unterricht, in Förderstunden sowie in angrenzenden Situationen wie dem gemeinsamen Frühstück oder auf dem Schulhof unter die Lupe.Was lernen Sie in dieser Fortbildung?Grundwissen über die Bedingungen für einen erfolgreichen Spracherwerb, gerade auch bei MehrsprachigkeitKenntnisse der häufigsten Sprachauffälligkeiten und ihre UrsachenSprachmodellierende Strategien für den direkten Einsatz im SchulalltagMethoden zur effizienten Gestaltung von sprachsensiblem UnterrichtIdentifikation von sprachförderlichen und sprachhemmenden VerhaltensweisenPraktische Anwendung in konkreten Alltagssituationen wie dem Lesen von Wimmelbüchern oder beim gemeinsamen SpielReferent*innen: Prof. Dr. Anke Buschmann, Dr. Tatiana KlasikZielgruppe: Pädagogische Fachpersonen aus Grundschule und Hort