Sprachentwicklungsstörungen und -verzögerungen: Therapiesettings und diagnostisches Vorgehen auf dem Prüfstand — Leitlinienempfehlungen und Ergebnisse aus aktuellen Studien
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Sprachentwicklungsstörungen kommen bei knapp zehn Prozent aller Kinder vor, davon 7,6% als umschriebene und 2,3% mit weiteren sprachrelevanten Beeinträchtigungen. Sie gehören zu den meist behandelten Störungen im Kindesalter. Sprachentwicklungsverzögerungen zwischen dem 2. und 3. Geburtstag werden bei ca. 15% der Kinder beobachtet und gehen umschriebenen Sprachentwicklungsstörungen meist voraus. Alle gemeinsam beeinträchtigen oft die soziale, emotionale, kognitive, schulische und berufliche Entwicklung ihrer Träger und bilden sich untherapiert meist nicht ausreichend zurück. Sie bedürfen einer sicheren Diagnostik, die Über- oder Unterdiagnosen vermeidet, und einer effektiven, qualitätsgesicherten Intervention. Diagnostik und Therapie sind in zwei Leitlinien geregelt, die derzeit überarbeitet und in eine S3-Leitlinie zusammengeführt werden. In diese werden auch die Erkenntnisse aus neuen Studien beitragen. Diese belegen die Notwendigkeit des systematischen Elterneinbezugs in sprachförderliche oder -therapeutische Interventionen, die hohe Effektivität von Online- und Gruppentherapien, die Wichtigkeit von Intensivphasen in Therapie und Förderung und die Wirksamkeit stationärer Sprachtherapie. Die Implementierung der Leitlinie und der Erkenntnisse aus Therapiestudien erfordern eine Abbildung in der Heilmittelrichtlinie und ein Umdenken in Verordnungs- und Therapiepraxis.
Folgenden Fragen gehen wir nach:
- Wie werden Sprachentwicklungsverzögerungen und -störungen am sichersten erkannt und diagnostiziert?
- Welche Interventions- und -Therapieprinzipien sind wirksam?
- Welche Hürden und Bedenken gegenüber innovativen Interventionsformen sind zu überwinden?
- Wie können die aus Leitlinien und Studien gewonnenen Erkenntnisse in Therapie- und Verordnungspraxis sowie gesundheitspolitische Entscheidungen umgesetzt werden?
Referentin: Prof. Katrin
Neumann
Zielgruppe: Fachpersonen aus Sprachtherapie, Logopädie, Phoniatrie
& Pädaudiologie, Pädiatrie, HNO-Heilkunde, Schulämtern, Sprachheilpädagogik
und Frühförderung